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Die Kirche Saint-Nicolas (11. Jh.)

Alle Konzerte des Festivals finden im einzigartigen Rahmen der Kirche Saint-Nicolas von Rougemont statt, die im 11. Jahrhundert von den Mönchen von Cluny erbaut wurde. Sie ist das Fundament der Veranstaltung, ihr Ausgangspunkt, ihre Existenzberechtigung – und für die Künstler eine Quelle der Inspiration.

Die Kirche Rougemont wurde gegen 1080 von den Mönchen von Cluny erbaut, die der Graf von Greyerz hatte kommen lassen, um ein Kloster zu errichten. Dieses Priorat ist das erste und einzige Kloster der Waadtländer Alpen. Rougemont gehört somit zur selben geistlichen Familie wie die Abteien von Payerne und Romainmôtier. Die Kirche ist Nikolaus von Myra geweiht, einem Märtyrer des 4. Jahrhunderts, dem Schutzpatron der Kinder, dessen Fest am 6. Dezember gefeiert wird. Die Kirche ist zum grossen Teil in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten, ausser der Chor, das Querschiff und der Kirchturm. Sie ist im romanischen Stil nach dem klassischen Modell von Cluny gebaut: Ihre Form ist die eines lateinischen Kreuzes, und das hohe Mittelschiff ruht auf Seitenschiffen. Der Chor umfasst drei Apsiden. Am Kreuzflügel des Querschiffs steht ein viereckiger Turm mit den Glocken. Diese Anordnung wurde insbesondere in der Zeit der Berner Herrschaft verändert. So wurde das Querschiff verkürzt und die Apsis erweitert. Die Dächer des Mittelschiffs und der Nebenschiffe wurden durch ein einziges Dach mit starker Neigung ersetzt. Das romanische Turmdach machte einer Kirchturmspitze im oberländischen Stil Platz.

Die Zeit der Berner Herrschaft brachte noch andere Veränderungen mit sich. Nach 1555 wurde in Rougemont die Reformation eingeführt, und fortan hielt man in der Kirche den reformierten Gottesdienst ab. Das Priorat wurde abgerissen und an seiner Stelle das Schloss für die Landvögte errichtet. Die in der Kirche aufbewahrten Grabsteine waren für Mitglieder der Berner Landvogtfamilien bestimmt. Bei einer bedeutenden Renovierung in den Jahren 1919 bis 1926 wurde der Stein des Gebäudes wieder freigelegt, der inzwischen von fünf Gipsschichten bedeckt war. Das Mittelschiff erhielt eine neue Decke in Form eines Holzgewölbes. Die Gemälde mit den Motiven aus dem 13. Jahrhundert stammen vom Maler Correvon. Das zentrale Kirchenfenster (Rivier) ist Christus gewidmet; die Seitenfenster (Delachaux) erinnern an die Schenkung Rougemonts an die Mönche von Cluny und die Verkündigung der Reformation.
Im Kirchturm hängen vier Glocken: Drei stammen aus dem 15. Jahrhundert, die vierte wurde 1980 zum 900-jährigen Bestehen von Rougemont gegossen.

 

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