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Wir haben den Schritt gewagt: Kein Thema, kein roter Faden, uneingeschränkte Freiheit in der Programmgestaltung! Eine Revolution, die eigentlich gar keine ist, wie wir gerne zugeben, folgten wir doch schon seit mehreren Jahren vor allem unseren Neigungen. Dabei versuchten wir noch, Künstler und Programm so gut wie möglich im zwangsläufig zu engen Rahmen eines Instruments, eines Landes oder eines Hofs zusammenzufassen. Doch die Alte Musik ist ihrem Wesen nach – und dank dem Geist ihrer Botschafter – Freiheit, und was wir heute tun, ist letztlich nichts anderes, als uns der berauschenden Subjektivität dieser Freiheit zu stellen. Soviel zum Rahmen.

Was den Inhalt betrifft, bleibt das Rezept das gleiche: Wir möchten unserem Publikum die Gelegenheit bieten, Musiker und Programme zu entdecken, die uns ins Auge (und ins Ohr!) gesprungen sind, und mit ihm die Freude teilen, die es für jeden von uns bedeutet, eine kostbare, bereichernde musikalische Entdeckung zu machen. Im Gegensatz zu 2013 ist 2014 eine zum grossen Teil «neue» Ausgabe: Vier der sieben Konzerte werden von Künstlern präsentiert, die zum ersten Mal nach Rougemont kommen. (Mehr lesen)

Wir sind besonders stolz, einen der Stars der Barockvioline, Giuliano Carmignola, vorstellen zu können, der mit einem gewagten Solo-Recital aufwartet, sowie die Musiker des Ensembles Les Folies Françoises mit ihrem Programm «Follia Italiana», das wie zugeschnitten ist auf unser Festival. Wir freuen uns auch, dass in der Kirche Saint-Nicolas erneut ältere Werke aus der Renaissance erklingen werden, gespielt vom Ensemble Obsidienne, einem Spezialisten der Improvisation.

Bei den «alten» Künstlern handelt es sich ausschliesslich um «sichere Werte»: den Cembalisten Pierre Hantaï, der bei seinem dritten Auftritt in Rougemont an der Seite eines anderen grossen Cembalisten, Skip Sempé, spielen wird; Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata, die uns, gemeinsam mit dem Sopranisten Vincenzo Capezzuto, zu einer Reise rund ums Mittelmeer einladen; und schliesslich – wie könnte es anders sein! – Ruedi Lutz, den genialen Improvisator, der auch dieses Jahr in Begleitung von Studenten der Schola Cantorum Basiliensis nach Rougemont kommt. Und da uns die Unterstützung junger Talente besonders am Herzen liegt, haben wir beschlossen, diese 14. Ausgabe von «La Folia» mit dem Genfer Ensemble Chiome d’Oro und der wunderbaren Sopranistin Capucine Keller zu eröffnen, die uns mitten ins Italien des 17. Jahrhunderts entführen … mit Monteverdi an der Spitze!

Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um allen Mäzenen, Sponsoren, Partnern, Freunden, freiwilligen Helfern und natürlich Ihnen, unserem treuen Publikum, ganz herzlich zu danken. Ohne sie alle – und ohne Sie! – würde «La Folia» ganz einfach nicht existieren.

Donnerstag, 5. Juni – 20 Uhr - Kirche Rougemont

Das Welttheater

CHIOME D'ORO [8 Musiker]
Leonor DE LERA, Saskia BIRCHLER Barockvioline
Gustavo GARGIULO, Rodrigo CALVEYRA Zink
Cecilia KNUDTSEN Viola da gamba
Christoph SUMMER Theorbe & Barockgitarre
Capucine KELLER Soprano
Pierre-Louis RÉTAT Cembalo, Orgel & Leitung

Wenn das Italien des 17. Jahrhunderts die menschlichen Emotionen inszeniert – Vokal- und Instrumentalwerke von Claudio Monteverdi, Giovanni Legrenzi, Francesco Cavalli, Alessandro Scarlatti, Antonio Sartorio, Giovanni Bassani, Dario Castello und Alessandro Stradella.

Das ist vielleicht der dankbarste Aspekt des Metiers eines Konzertorganisators: jungen Musikern, die an der Schwelle einer – man wünscht es ihnen! – erfolgreichen Karriere stehen, eine Chance zu geben. So etwa der Sopranistin Capucine Keller und dem Ensemble Chiome d’Oro. Diese in Genf ansässigen, begeisterten und begeisternden Künstler werden den Institutionen, die sie ausgebildet haben – angefangen bei den Musikhochschulen von Lausanne und Genf – mit Sicherheit alle Ehre machen.

CHF 45 / 30 / 20

Freitag, 6. Juni 2014 – 19.30 Uhr - Kirche Rougemont

Rameau: Symphonies à deux clavecins

Pierre HANTAÏ Cembalo
Skip SEMPÉ Cembalo

Vier «imaginäre» Sinfonien, zusammengestellt aus Ausschnitten der Pièces de clavecin und der Opern von Jean-Philippe Rameau (Les Indes Galantes, Platée, Dardanus, Castor et Pollux, Pygmalion, Les Paladins, Les Fêtes d'Hébé, Hippolyte et Aricie …).

Muss man Pierre Hantaï und Skip Sempé noch vorstellen? Die beiden Cembalisten, die zu den namhaftesten ihrer Generation gehören, warten hier mit einem imposanten Recital auf einem und zwei Cembalos auf, gespielt auf den wundervollen Instrumenten von Jean-Michel Chabloz, dem Festivalpräsidenten. Pierre Hantaï ist nicht zum ersten Mal bei La Folia zu Gast: 2007 begeisterte er das Publikum mit einem Programm Bach-Scarlatti, und 2011 mit den Goldberg-Variationen – waren Sie dabei?

CHF 45 / 30 / 20

Samstag 7, Juni 2014 – 11 Uhr - Kirche Rougemont

A violino solo

Giuliano CARMIGNOLA violone

Heinrich Ignaz Franz von Biber: Passacaglia
Georg Philipp Telemann: Fantasia Nr. 7 in Es-Dur, Fantasia Nr. 9 in h-Moll
Antonio Vivaldi: Sonate in D-Dur RV 10
Johann Sebastian Bach: Partita Nr. 3 in E-Dur BWV 1006

Er gehört zu den Legenden der Barockvioline: Giuliano Carmignola, Schüler von Nathan Milstein und Henryk Szeryng, hat sich einen Namen gemacht, indem er Vivaldis Violinkonzerte im Licht der historischen Quellen und Instrumente neu entdeckt – und «entstaubt»! – hat. Seine Aufnahmen (bei Sony und heute bei Deutsche Grammophon) verkaufen sich zu Millionen. Hier wagt er sich an das für einen Violinisten wahrhaftig schwindelerregende Unternehmen des Solo-Recitals. Zwischen Virtuosität und Meisterschaft.

CHF 20

Samstag, 7. Juni 2014 – 19.30 Uhr - Kirche Rougemont

Mediterraneo

L'ARPEGGIATA [7 Musiker]
Doron SHERWIN Zink
Margit ÜBELLACKER Psalterium
Marcello VITALE Chitarra battente
Boris SCHMIDT Bassgeige
David MAYORAL Schlaginstrumente
Vincenzo CAPEZZUTO Gesang
Christina PLUHAR Theorbe & Leitung

Die neue musikalische Odyssee von Christina Pluhar: Das Mittelmeer überqueren, sich von der wunderbaren Stimme des Sopranisten Vincenzo Capezzuto berauschen lassen, den Grenzen des Mittelmeerraums – der Wiege unserer Zivilisation – entlang streifen, den Sand knirschen hören bei den Klängen der Tarantellas, die auf Griechisch gesungen werden, wie das in den griechisch-albanischen Dörfern Kalabriens und Siziliens im Barock üblich war … Von Portugal bis zur Türkei, den griechischen, tunesischen und italienischen Küsten entlang, geschaukelt von den Wellen und dem bezaubernden Dialog der Zupfinstrumente in der mediterranen Tradition, mit den Barocksaiten des Ensembles L’Arpeggiata.

CHF 45 / 30 / 20

Sonntag, 8. Juni 2014 – 19.30 Uhr - Kirche Rougemont

«L’Amour de moy s’y est enclose»

OBSIDIENNE [8 Musiker und Sänger]
Florence JACQUEMART Gesang, Flöten und Dudelsack
Hélène MOREAU Gesang, Psalterium, Schlaginstrumente
Catherine SERGENT Gesang, Psalterium
Barnabé JANIN Gesang, Fiedel, Rebec, Oboe
Raphaël PICAZOS Gesang
Pierre BOURHIS Gesang
Pierre TESSIER Gesang
Emmanuel BONNARDOT Gesang, Violen, Rebec, Crwth, Cister, Zink & Leitung

Lieder und Improvisationen aus dem 15. und 16. Jahrhundert – Werke von Rubinus, Antoine Busnois, Heyne, Loyset Compère, Pierre de la Rue, Bosfrin und Pipelare; Auszüge aus dem Manuskript von Bayeux.

Die Renaissance ist erneut bei La Folia zu Gast! Mit einem der besten Spezialisten dieses Repertoires: dem französischen Ensemble Obsidienne, 1993 von Emmanuel Bonnardot gegründet. Mitglied des Ensemble Gilles Binchois, wurde dieser vor allem mit dem Trio Alla Francesca bekannt, mit dem er in Paris das Centre de musique médiévale (Zentrum für mittelalterliche Musik) gegründet hat. Das Ensemble kommt mit seinem Kultprogramm, «L'Amour de moy», nach Rougemont, in dem eine der wichtigsten Praktiken jener Epoche zelebriert wird: die Improvisation.

CHF 45 / 30 / 20

Montag, 9. Juni 2014 – 11 Uhr - Kirche Rougemont

Improvisationen Violoncello & Cembalo

Ruedi LUTZ improvisiert mit einer Studentin der Schola Cantorum Basiliensis
Mara MIRIBUNG Violoncello

Der Liebling des Festivals überrascht uns immer wieder! Dieses Jahr kommt er in der gleichen Rolle nach Rougemont, in der wir ihn 2001 kennengelernt haben: als Improvisationslehrer der renommierten Schule Schola Cantorum Basiliensis, der das Festival viel zu verdanken hat. Als «Primus inter pares» führt er uns mit einer Studentin der Schule auf eine spannende Reise.

CHF 20

Montag, 9. Juni 2014 – 16 Uhr - Kirche Rougemont

Follia Italiana

LES FOLIES FRANÇOISES [6 Musiker]
Benjamin CHÉNIER Violine
Sébastien MARQ Flöte
François POLY Violoncello
André HENRICH Theorbe
Béatrice MARTIN Cembalo
Patrick COHËN-AKENINE Violine & Leitung

Maïlys DE VILLOUTREYS Soprano

Antonio Vivaldi: «La Follia», Kantate «All’ombra di sospetto», Konzert für Flöte und Cambalo «La Notte»
Arcangelo Corelli: «La Follia»
Georg Friedrich Händel: Kantate «Dietro l’orme fugacci»
Alessandro Scarlatti: Concerto a quattro in a-Moll, «La Follia» für Cembalo solo

Ein Programm, das wie geschaffen ist für unser Festival: «Follia Italiana», oder eine Erkundung verschiedener Facetten des Themas Folia, eines der ältesten Satzmodelle in der europäischen Musikgeschichte. Von Vivaldi über Corelli bis Scarlatti – eine grossartige Darbietung eines der besten französischen Barockensembles, dessen Name ebenfalls auf Rougemont zugeschnitten ist!

CHF 45 / 30 / 20

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