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Liebe und Wahnsinn … Wie viele Seiten wurden im Namen dieser zwei häufig miteinander verbundenen Themen geschrieben, sei es in der Literatur oder in der Musik. Die barocke Ästhetik war schon immer darauf ausgerichtet, die Macht der Gefühle, der Emotionen, der Stimmungen auszudrücken. Die Liebe und der Wahnsinn sprengen alle Regeln, alle Grenzen, alle Sprachen. Wir haben unseren Künstlern für diese Festivalausgabe 2016 kein Thema vorgegeben, und doch werden Sie in jedem der Konzerte diesen Leitfaden finden: Sie werden überwältigt werden vom Liebesgesang der Gambe, von der Intensität der mediterranen Trauer, vom virtuosen «Wahnsinn» der Violine oder des Cembalos, von der Ausdruckskraft der Gefühle bei Händel oder von der Vibration, die die Kraft einer schönen, tiefen Stimme in Ihnen auslöst.

Der Titel dieses Festivals ist vor allem der Titel des Konzerts des Ensembles Daedalus (13. Mai) und seines Programms italienischer Lamenti mit der deutschen Sopranistin Monika Mauch. Doch es ist beinahe unmöglich, einen Text zu vertonen, ohne dass von der Liebe die Rede ist, und so singt uns auch die junge Sopranistin Alice Borciani einige der ergreifendsten Opernarien von Händel (15. Mai), während die beiden Bässe Stephan MacLeod und Benoît Arnould mit den selten gesungenen Kantaten von Tunder, Rosenmüller und Biber die religiöse Inbrunst – eine andere Form von Liebe … oder Wahn – zum Ausdruck bringen (16. Mai). Neben diesen Vokalwerken kommen aber auch die Instrumente zu Ehren, angefangen beim «vokalsten» aller Streichinstrumente, der Viola da gamba, die unser Festival mit dem französischen Gambenconsort L’Achéron eröffnen wird (12. Mai). Unsere beiden Matinee-Konzerte sind zwei Duos gewidmet, die aus den zwei grössten professionellen Musikschulen der Schweiz hervorgegangen sind: Jovanka Marville, Cembalo, und Jan von Hoeke, Blockflöte, beide Dozenten an der Hochschule für Musik in Lausanne (14. Mai), und Ruedi Lutz und Dirk Börner, beide Cembalisten und Dozenten an der Schola Cantorum Basiliensis (16. Mai). Und natürlich kommt auch die Violine zu Wort, um auf ihre unvergleichliche Weise von «Liebe» und «Wahnsinn» zu erzählen. Der grosse Giuliano Carmignola ist zum dritten Mal beim Festival «La Folia» zu Gast, und zweifellos wird er mit seiner überwältigenden Virtuosität die Herzen des Publikums auch diesmal im Sturm erobern (14. Mai).

Die Ausgabe 2016 bedeutet einen Wendepunkt in der Geschichte des Festivals, gibt es doch einen Wechsel im Team: Antonin Scherrer, der bisherige künstlerische Leiter, bricht zu neuen beruflichen Horizonten auf. Seine Nachfolgerin ist Capucine Keller. Sie und das ganze Team von «La Folia» sind bestrebt, den Geist des Festivals aufrechtzuerhalten: ein familiäres, geselliges Ambiente, ein vielfältiges barockes Programm in der wunderschönen Kirche Saint-Nicolas von Rougemont und eine Nase voll frischer Waadtländer Alpenluft!

Wir möchten allen Mäzenen, Sponsoren, Partnern, Freunden, freiwilligen Helfern und natürlich Ihnen, treues Publikum, danken, denn ohne sie – und ohne Sie! – gäbe es «La Folia» ganz einfach nicht.

Donnerstag, 12. Mai – 20h

« Ludi Musici » - die Viola da gamba im Rampenlicht

ENSEMBLE L’ACHÉRON [8 Musiker]
François JOUBERT-CAILLET Diskant-Viola da gamba und Leitung
Andreas LINOS Diskant-Viola da gamba und Tenor-Viola da gamba
Marie-Suzanne DE LOYE Tenor-Viola da gamba und Bass-Viola da gamba
Robin PHARO Bass-Viola da gamba
Sarah VON OUDENHOVE Consort-Bass-Viola da gamba
Miguel HENRY Theorbe und Cister
Philippe GRISVARD Virginal
Yoann MOULIN Positiv

Ludi Musici (1621) von Samuel Scheidt 

Eine Chance, aufstrebende junge Talente zu entdecken: Das Ensemble L’Achéron setzt sich gegenwärtig in ganz Europa als das tonangebende Gambenconsort durch. Zusammen mit dem Leiter François Joubert-Caille verkörpern diese Musiker vortrefflich die neue barocke Welle: jung, begabt, frisch und dynamisch, stets auf der Suche nach neuen musikalischen Schätzen. Beim Festival «La Folia» warten sie mit dem Programm ihrer 2015 erschienenen CD mit Werken von Samuel Scheidt auf.

CHF 45 / 30 / 20

Freitag, 13. Mai – 19h30

« D’Amore e di Follia » - Die Kunst des Lamento

Monika MAUCH Sopran

ENSEMBLE DAEDALUS [8 Instrumentalisten]
Roberto FESTA Flöte und Leitung
Veronika SKUPLIK Violine
Judith STEENBRINK Violine
Silvia TECARDI Viola da gamba
Brigitte GASSER Viola da gamba
Pierre PITZL Viola da gamba und Gitarre
Hugh SANDILANDS Gitarre und Laute
Julian BEHR Theorbe

ENSEMBLE MADRIGALESCA [4 korsische Sänger]
Nicole CASALONGA Gesang und Leitung
Gilberte CASABIANCA Gesang
Cathy GRAZIANI Gesang
Anne Lise HERRERA Gesang und Cello

Werke von Heinrich Ignaz Franz von Biber, Giovanni Paolo Colonna, Tarquinio Merula, Johann Heinrich Schmelzer, Barbara Strozzi, Maurizio Cazzati sowie zahlreiche anonyme Kompositionen.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Genfer Ensembles Daedalus präsentiert uns sein Leiter Roberto Festa ein aussergewöhnliches Konzert mit italienischen Lamenti, in Zusammenarbeit mit der grossartigen deutschen Sopranistin Monika Mauch und dem korsischen Frauen-Vokalensemble Madrigalesca, das die in Korsika noch sehr lebendige Tradition der Klageweiber aufrechterhält. Eine Gelegenheit, zahlreiche wunderbare, aber wenig bekannte Stücke dieses Repertoires aus der Mittelmeertradition zu entdecken. Taschentuch nicht vergessen!

CHF 45 / 30 / 20

Samstag, 14. Mai – 11h

« Von Deutschland bis nach Italien » - Konzert rund um J. S. Bach und A. Corelli

Jovanka MARVILLE Cembalo
Jan VAN HOECKE Blockflöte

J.S. Bach : Sonate in F-Dur (Bearbeitung der Triosonate für Orgel BWV 525), Cembalokonzert in d-Moll BWV 974, Sonate in d-Moll (Bearbeitung der Triosonate für Orgel BWV 527).
A. Corelli: Sonate in F-Dur Opus 5 Nr. 4, La Follia Opus 5 Nr. 12

Mit diesem Konzert würdigen wir die Hochschule für Musik in Lausanne. Nach ihrem bemerkenswerten Recital von 2012 kommt die Cembalistin Jovanka Marville, die neben ihrer Konzerttätigkeit an der HEMU Lausanne unterrichtet, in Begleitung ihres Kollegen, des Flötisten Jan Van Hoecke, ans Festival «La Folia» und nimmt uns mit auf eine Reise vom Norden in den Süden Europas, von Deutschland bis nach Italien, von Bach bis zu Corelli. Die Alte Musik wird in Lausanne hochgehalten!

CHF 20

Samstag, 14. Mai – 19h30

« Concerti italiani » - Ensemble Barocco Sempre Giovane meets Giuliano Carmignola

Giuliano CARMIGNOLA Violine

ENSEMBLE BAROCCO SEMPRE GIOVANE Prag [12 Instrumentalisten]

A. Vivaldi: Sinfonia in C-Dur RV 112, Violinkonzert in C-Dur RV 187, Violinkonzert in F-Dur RV 283, Violinkonzert in D-Dur RV 232
A. Corelli : Concerto grosso in D-Dur Opus 6 Nr. 1, Concerto grosso in F-Dur Opus 6 Nr. 9

Der Star der Barockvioline erweist dem Festival zum dritten Mal die Ehre – ein Zeichen, dass er sich hier wohl fühlt! Er wartet mit seinem Lieblingsrepertoire auf, den Violinkonzerten von Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli. Für diese Gelegenheit hat er das Ensemble Barocco Sempre Giovane eingeladen, das direkt von Prag nach Rougemont kommt. Ein vielversprechendes Konzert mit einem wahren Feuerwerk des Violin-Repertoires!

CHF 45 / 30 / 20

Sonntag, 15. Mai – 19h30

« Das Morgenland und die Wunderinsel » – Italienische Arien und Sonaten von Händel

Alice Borciani Sopran

ENSEMBLE CAFEBAUM [5 Musiker]
Thomas MERANER Oboe
Emiliano RODOLFI Oboe
Anna FLUMIANI Fagott
Ludovico MINASI Cello
Federica BIANCHI Cembalo

Werke von G. F. Händel: Auszüge aus den Opern Alcina, Rinaldo und Orlando, Sonate Nr. 1 HWV 380, Sonate für 2 Oboen Opus 2 Nr. 5 HWV 390, Sonate für 2 Oboen in F-Dur Opus 5 Nr. 6 HWV 392/401

Zum dritten Mal hintereinander bietet «La Folia» einer jungen Sängerin mit einer vielversprechenden Karriere eine Chance: Dieses Jahr ist es die wunderbare italienische Sopranistin Alice Borciani, die in der Schola Cantorum Basiliensis studiert hat; sie wurde 2012 von Ruedi Lutz eingeladen, an einem seiner Konzerte teilzunehmen, und ist dem Festivalpublikum noch in bester Erinnerung. Diesmal kommt sie mit ihrem Basler Ensemble Cafebaum nach Rougemont und präsentiert uns ein Programm mit Auszügen aus Opern von Georg Friedrich Händel – ein Moment reinster Emotion!

CHF 45 / 30 / 20

Montag, 16. Mai – 11h

«Die Kunst der Improvisation» – Eine Begegnung zwischen zwei Dozenten der Schola Cantorum Basiliensis

Ruedi LUTZ Cembalo
Dirk BÖRNER Cembalo

Improvisation auf zwei Cembalos

Ruedi Lutz, der geniale Cembalist und treueste Künstler unseres Festivals, präsentiert uns hier Dirk Börner, einen anderen grossartigen Cembalisten, der an der Schola Cantorum Basiliensis seine Nachfolge antreten wird. Die beiden Musiker begegnen sich in einem packenden Improvisationsduell, das ebenso unterhaltsam wie berührend zu sein verspricht.

CHF 20

Montag, 16. Mai – 16h

« Laetatus sum » - deutsche Kantaten für zwei Bässe

Stephan MACLEOD Bass und Leitung
Benoît ARNOULD Bass

GLI ANGELI [7 Instrumentalisten]
Leila SCHAYEGH Violine
Odile EDOUARD Violine und Bratsche
Martine SCHNORHK Bratsche
Hans EGIDI Bratsche
Hager HANANA Cello
Benoît VANDEN BEMDEN Violine
Francis JACOB Orgel

Geistliche Werke für Solo-Bassstimmen von Heinrich Schütz, Franz Tunder, Philipp Heinrich Erlebach, Johann Rosenmüller, Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Heinrich Schmelzer sowie Sonaten von Dietrich Becker

Zum Abschluss dieser Festivalausgabe 2016 interpretiert das berühmte Genfer Ensemble Gli Angeli ein Programm mit deutschen Kantaten für zwei Bassstimmen. Dieses originelle Konzert bietet die Gelegenheit, wenig bekannte Perlen des deutschen und österreichischen Barockrepertoires zu entdecken. Neben dem Ensemble stehen zwei aussergewöhnliche Sänger auf der Bühne: Benoît Arnoult, ein aufstrebender junger französischer Bass, und Stephan MacLeod, den man nicht mehr vorzustellen braucht und der das Ensemble mit Meisterhand leitet.

CHF 45 / 30 / 20

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