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CHANGEMENT : PAUL AGNEW EST MALADE.
IL SERA REMPLACE SAMEDI PAR UN TRIO THOMAS DUNFORD (ARCHILUTH), DOMINIQUE VISSE (CONTRETENOR), JEAN RONDEAU (CLAVECIN).

In seiner 17. Ausgabe stellt das Festival für Alte Musik »La Folia« sein Programm ins Zeichen der Übermittlung, insbesondere der Übermittlung eines bestimmten Wissens. Tatsächlich hat die Barockmusik in den letzten 60 Jahren einen unglaublichen Aufschwung erlebt. Seit 1950 hat sich die Interpretationsweise dieser musikalischen Gattung erheblich weiterentwickelt, wobei sich die einzelnen Generationen der Interpreten jeweils an den Entdeckungen ihrer Vorgänger orientierten. Es handelt sich jedoch nicht nur um eine simple Weitervermittlung des Wissens von älteren an jüngere Musiker, sondern um eine eigentliche Übermittlung einer musikalischen Kunst, einer Neugier und des Willens, immer weiter zu gehen im Verständnis und in der Interpretation dieser so ausdrucksstarken Musik …

So ist denn das Programm 2017 eine Hommage an zwei Generationen von Musikern: an die »Stars«, jene Künstler, die sich seit mehr als 30 Jahren bemühen, die Alte Musik und ihre Schönheit einem immer breiteren Publikum zu erschliessen (Dominique Visse und sein Ensemble Clément Janequin, die 2018 ihr vierzigjähriges Bestehen feiern, die grosse Maria Cristina Kiehr mit ihrer wundervoll samtigen Stimme, oder der Tenor Paul Agnew, Mitglied des berühmten Ensembles Arts Florissants) – und an die neue aufstrebende Generation, die, auf den Erkenntnissen und der Kunst der ersten Generation aufbauend, lernt, kreiert, wagt und uns überrascht, wie das junge und schon berühmte französische Instrumentalquartett Nevermind, der Lautenist Thomas Dunford, das Genfer Ensemble Chiome d’Oro oder die Violinistin Setsuko Sugita. Es ist auch die Gelegenheit, die grossartige pädagogische Arbeit zu würdigen, die zahlreiche Musiker neben ihrer Solistenkarriere leisten, wie zum Beispiel die Bratschisten Bruno Cocset und Guido Balestracci der Basses Réunies, oder der Cembalist Jean-Marc Aymes des Ensembles Concerto Soave.

Zur musikalischen >em>Übermittlung gehört aber auch der Gedanke der Vermittlung von Gefühlen, ein persönliches und zugleich universelles Konzept, das in der Musik auf so tiefsinnige Weise Ausdruck findet. Die Komponisten haben ihre innersten Gefühle mittels Noten zu Papier gebracht. Diese Partituren wurden über die Jahrhunderte hinweg von jedem Musiker auf seine eigene Weise empfunden und anschliessend im Geiste gemeinsamen Erlebens mit dem Publikum geteilt. Ein magischer Vorgang … Die äusserst abwechslungsreichen Konzerte dieser 17. Festivalausgabe lassen uns verschiedenste Gemütszustände durchleben und bringen uns zum Lachen und zum Weinen. Wir präsentieren vier Konzerte mit Vokalmusik: das Ensemble Chiome d’Oro mit fünf Stimmen, in einem Programm mit weltlicher Musik aus Italien (1. Juni), die schönsten Songs von Dowland mit Paul Agnew und Thomas Dunford (3. Juni, Morgen), Lieder aus der Renaissance für vier Männerstimmen mit dem Ensemble Clément Janequin (3. Juni, Abend), geistliche Monodien für Sopran mit Maria Cristina Kiehr und dem Ensemble Concerto Soave (5. Juni) –, und drei Konzerte mit Instrumentalmusik: französische Musik mit dem Quartett Nevermind (2. Juni), Les Basses réunies mit einem äusserst originellen keltischen Programm (4. Juni) und ein Duo für Cembalo und Violine mit Naoki Kitaya und Setsuko Sugita (5. Juni, Morgen). Das alles wie immer im ganz eigenen Geist des Festivals – erleben Sie das familiäre und gesellige Ambiente in der wunderschönen Kirche Saint-Nicolas von Rougemont und schöpfen Sie eine Nase voll frischer Waadtländer Alpenluft!

Wir möchten an dieser Stelle allen Mäzenen, Sponsoren, Partnern, Freunden, freiwilligen Helfern und natürlich Ihnen, treues Publikum, ganz herzlich danken, denn ohne sie – und ohne Sie! – gäbe es »La Folia« nicht.

Donnerstag, 01. Juni – 20h

Sparge la Morte - Italienische Barockmusik, ein-bis fünfstimmig

ENSEMBLE CHIOME D’ORO
Pierre-Louis RÉTAT Cembalo, Orgel und Leitung
Capucine KELLER Sopran
Claudia CONESE Sopran
Maximiliano BAÑOS Altus
Serge GOUBIOUD Tenor
Renaud DELAIGUE Bass
Cecilia KNUDTSEN Viola da gamba
Charles-Edouard FANTIN Theorbe
Marta GRAZIOLINO Harfe

Madrigale für eine oder mehrere Stimmen von Monteverdi, Caccini, Gesualdo, Sarracini, Marenzio und Mazzocchi

Eine Gelegenheit, aufstrebende junge Talente auf ihrem Werdegang zu verfolgen: Das Genfer Ensemble Chiome d’Oro ist zum zweiten Mal beim Festival »La Folia« zu Gast, und wieder wartet es mit einem Programm aus seinem Lieblingsrepertoire auf, der weltlichen Musik Italiens des 17. Jahrhunderts – diesmal allerdings in einer neuen Besetzung, mit fünf Stimmen und Generalbass. Entdecken Sie einige Perlen der polyphonen Musik von herausragenden Komponisten wie Monteverdi oder Gesualdo, rund um das mystische Thema »Tod«.

CHF 55 / 30 / 20

Freitag, 02. Juni – 19h30

Lueurs du Grand Siècle (Lichtschimmer aus dem 17. Jahrhundert) - Die französische Kunst der Instrumentalmusik

ENSEMBLE NEVERMIND
Anna BESSON Flöte
Louis CREA’CH Violine
Robin PHARO Viola da gamba
Jean RONDEAU Cembalo

Die Quartette der Komponisten Marin Marais und François Couperin

Dieses junge und schon berühmte französische Instrumental-Quartett sollten Sie unbedingt im Auge behalten. Der gegenseitige Respekt und die Aufmerksamkeit dieser vier Musiker sind sicht- und hörbar. Trotz ihrer steilen Karriere suchen sie weiterhin Natürlichkeit und wünschen sich vor allem, ihre Freude am gemeinsamen Musizieren und ihre Liebe zur Musik mit dem Publikum zu teilen. In Rougemont präsentieren sie uns ihre Vision der Music von François Couperin und Marin Marais, mit der ganzen Frische und Ungezwungenheit ihrer »(Ba)Rock-Haltung«. Ein äusserst vielversprechender Abend!

CHF 55 / 30 / 20

Samstag, 03. Juni – 11h

Thou mighty God !

Paul AGNEW Tenor
Thomas DUNFORD Laute und Theorbe

Die schönsten Songs von John Dowland

Dieses Konzert verkörpert perfekt den Geist dieser 17. Festivalausgabe. Paul Agnew, diesen grossartigen Musiker, die rechte Hand von William Christie im berühmten Ensemble Les Arts Florissants, brauchen wir nicht mehr vorzustellen. In Rougemont steht er mit dem genialen Lautenspieler Thomas Dunford auf der Bühne, dem »Eric Clapton der Laute« (BBC Magazine) oder »Teenager Rockstar der Laute« (The Spectator), einem wunderbaren Beispiel für diese neue Generation hochbegabter Barockmusiker, die sich in ihrer Zeit und in ihrer Haut wohl fühlen. Gemeinsam werden diese beiden Künstler unseren Samstag Morgen mit den Klängen der schönsten Songs von Dowland erfüllen.

CHF 35 / 20

Samstag, 03. Juni – 19h30

Les plaisirs du palais (Gaumenfreuden) - Polyphonie der Renaissance

ENSEMBLE CLÉMENT JANEQUIN
Dominique VISSE Countertenor und Leitung
Hugues PRIMARD Tenor
Vincent BOUCHOT Bariton
Renaud DELAIGUE Bass
Eric BELLOCQ Laute

Lieder von Clément Janequin, Loyset Compère, Clemens non Papa, Roland de Lassus, Nicolas Gombert, Josquin Despres, Jean Mouton, usw.

Welche Freude, das Ensemble Clément Janequin bei »La Folia« begrüssen zu dürfen! Dieses Ensemble, vor 39 Jahren vom berühmten Countertenor Dominique Visse gegründet, ist immer noch der absolute Massstab, wenn es um die polyphone Musik der Renaissance geht, und niemand versteht es besser als diese fünf Musiker, das Publikum mit ihren Schlemmergeschichten zum Lachen und zum Weinen zu bringen. Ein Konzert, das Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten!

CHF 55 / 30 / 20

Sonntag, 04. Juni – 19h30

Francesco Geminiani: Voyages en Terre Celte (Reise in keltische Landen)

ENSEMBLE LES BASSES REUNIES
Bruno COCSET Bratsche und Tenorvioline, Leitung
Guido BALESTRACCI Dessus de viole und Lyra-Viol
Emmanuel JACQUES Cello
Bertrand CUILLER Cembalo und Orgel
Esther-Mirjam GRIFFIOEN Harfe

Das Ensemble Les Basses Réunies beschert uns einen einzigartigen Moment in Form einer informellen musikalischen Begegnung in einem Salon von Dublin, wobei es Instrumente englischer und italienischer Herkunft vermischt. Francesco Geminiani – ein italienischer Musiker, der in England Karriere gemacht hat – versammelte um sich die lokalen Musiker, um die Musik zu teilen, die er liebte. Dieses Programm ist dementsprechend zusammengesetzt aus seinen eigenen Kompositionen (Sonaten, Auszügen aus Concerti grossi), seinen Arrangements irischer und schottischer Lieder, Songs von James Oswald – einem berühmten schottischen Musiker –, Liedern, die Lorenzo Bocchi (ein anderer ausgewanderter italienischer Musiker) gesammelt und harmonisiert hatte, und aus rein irischen und schottischen Weisen, insbesondere des berühmten irischen Harfenisten O’Carolan. Ein Programm, das eine ganze Anzahl interessanter Entdeckungen verspricht.

CHF 55 / 30 / 20

Montag, 05. Juni – 11h

Sur les fleuves (Auf den Flüssen) - Kreuzfahrt durch Europa, im Rhythmus der sanften Töne von Violine und Cembalo

Setsuko SUGITA Violine
Naoki KITAYA Cembalo

Johann Sebastian Bach
Sonate e-Moll für Violine und Basso continuo, BWV 1023
François Couperin
Cembalosuite in a-Moll
Giuseppe Tartini
Sonate g-Moll für Violine und Basso continuo, “Didone abbandonata”
Milko Lazar
Ballettsuite 2014 für Violine und Cembalo

Der japanische Cembalist Naoki Kitaya führt uns auf eine musikalische Reise durch drei der virtuosesten und ergreifendsten Duos für Violine und Cembalo des europäischen Repertoires, darunter ein zeitgenössisches Werk barocker Inspiration, und wartet ausserdem mit einer wunderbaren Cembalosuite von Couperin auf. An seiner Seite spielt Setsuko Sugita, eine der vielversprechendsten Schülerinnen von Enrico Onofri.

CHF 35 / 20

Montag, 05. Juni – 16h

Canoro Pianto di Maria Vergine - Musikalische Klage über das Gesicht des toten Christus

CONCERTO SOAVE
Maria Cristina KIEHR Sopran
Sylvie MOQUET Viola da gamba
Jean-Marc AYMES Cembalo und Leitung

Geistliche Werke von Ascanio Mayone, Francesco Dognazzi, Hieronymo Fosumbruno, Vido Rovetto, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Amante Franzoni, Bartholomeo Pesarino, Stefano Bernardio, Alfonso Ferrabosco II, Hieronimo Marinoni, Luc'Antonio Gasparini und Angelico Patto.

Zum Abschluss dieser Festivalausgabe 2017 singt die berühmte Sopranistin Maria Cristina Kiehr in einem Programm, das sich für diesen Pfingstmontag geradezu anbietet. Sie steht an der Seite von zwei weiteren grossen Barockmusikern, Jean-Marc Aymes am Cembalo und Sylvie Mocquet an der Viola da gamba. Das Konzert bietet die Gelegenheit, mehrere Monodien über das Gesicht des toten Christus zu entdecken, alle aus einer 1613 in Venedig erschienenen Sammlung mit Stücken verschiedener Komponisten. Dank der musikalischen Sensibilität dieser wunderbaren Interpreten werden wir feststellen, dass die religiöse Musik Italiens aus jener Zeit von einer glühenden Sinnlichkeit ist.

CHF 55 / 30 / 20

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